Den Server gegen Übernahme sichern
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Wovor du dich eigentlich schützt
„Server gehackt" ist fast immer eine falsche Beschreibung. Discord selbst wird selten überwunden. Was passiert, ist eines von drei Dingen: Jemand aus deinem Team verliert sein Konto, ein Bot mit weitreichenden Rechten wird übernommen, oder du hast jemandem Rechte gegeben, dem du sie nicht hättest geben sollen.
Alle drei enden gleich — Kanäle weg, Mitglieder gebannt, Server umbenannt. Und alle drei lassen sich mit denselben Maßnahmen deutlich unwahrscheinlicher machen.
Zuerst: Zwei-Faktor für alle mit Rechten
Discord bietet eine Servereinstellung, die viel zu selten benutzt wird: Zwei-Faktor-Anforderung für Moderation. Ist sie aktiv, können Aktionen wie Bannen, Kicken und Kanäle verwalten nur von Konten mit aktivierter Zwei-Faktor-Authentifizierung ausgeführt werden.
Du findest sie in den Servereinstellungen unter „Sicherheitseinrichtung". Sie kostet nichts, sie kostet niemanden Bequemlichkeit außer beim einmaligen Einrichten, und sie schließt den häufigsten Weg: ein übernommenes Moderatorenkonto.
Wichtig: Du selbst brauchst dafür Zwei-Faktor, sonst lässt Discord die Einstellung nicht zu.
Dann: Rechte zusammenstreichen
Sieh dir jede Rolle an, die Rechte hat, und stell zwei Fragen: Braucht diese Rolle das wirklich, und braucht sie es überall?
Die meisten Server haben eine Moderatorenrolle mit Administrator, weil das beim Einrichten am schnellsten ging. Das ist der teuerste Kompromiss im ganzen Server. Ersetze ihn durch die tatsächlich gebrauchten Rechte: Mitglieder kicken, Mitglieder bannen, Mitglieder moderieren, Nachrichten verwalten. Das deckt neunundneunzig Prozent der Moderationsarbeit ab.
Dasselbe gilt für Bots. Geh die Liste durch und frag bei jedem: Was tut er, und was darf er? Die Differenz ist dein Risiko.
Und eine Regel, die unbequem ist und trotzdem stimmt: Nicht mehr als zwei Menschen sollten Administrator haben. Jeder weitere ist ein zusätzlicher Weg hinein.
Die Rollenreihenfolge ist eine Sicherheitseinstellung
Discord erlaubt einer Rolle nur, Rollen unterhalb der eigenen zu verändern. Das gilt für Menschen und für Bots. Wer das ignoriert, baut sich einen Server, in dem ein Bot mit Rollen verwalten jedem beliebige Rechte geben kann — auch sich selbst.
Praktisch: Zieh die Rollen deiner Bots so weit nach unten, wie ihre Funktion es zulässt, und immer unter die Rollen eures Teams. Notiert in einem internen Kanal, warum welche Rolle wo steht. Sonst schiebt in drei Monaten jemand etwas nach oben, weil ein Bot einen Fehler meldete, und niemand erinnert sich an den Grund.
Ein Alarm, den ein Angreifer nicht findet
Richte einen privaten Kanal ein, der im normalen Betrieb keine Rolle spielt, und lass Sicherheitsmeldungen dorthin gehen. Der Standardfehler ist, den Alarm in denselben Kanal zu legen, in dem auch alles andere protokolliert wird — und den löscht ein Angreifer als Erstes.
Wenn du einen Bot mit Anti-Nuke einsetzt, prüfe außerdem, ob er dich per Direktnachricht erreichen kann. Ein Alarm im Server hilft nicht, wenn der Server gerade abgeräumt wird.
Der Teil, den fast niemand macht
Übe den Ernstfall einmal. Nimm einen Testserver, gib einem Zweitkonto Administrator, lass es Kanäle löschen und sieh nach, was dein Sicherheits-Bot tut und wie lange er braucht. Fast jeder, der das einmal macht, findet dabei mindestens eine Einstellung, die nicht so wirkte wie gedacht.
Und sichere, was sich sichern lässt: Manche Bots können Rollen und Kanalrechte exportieren und zurückspielen. Nach einem Vorfall ist das der Unterschied zwischen einer Stunde und einem Wochenende.